29.05.2017
Entscheidung des Bürgermeisters irritierend!
... oder hatte die MAZ mit ihrem Beitrag vom 06.07.2015 "ins Schwarze" getroffen?

Beitrag der MAZ vom 6. Juli 2015 (Auszug)
(Vergrößern mit Mausklick)
 
Unter dieser Überschrift berichtete die MAZ in ihrer Ausgabe vom 06.Juli 2015 über schwerwiegende Vorwürfe gegen Michael Knape in seiner Funktion als Bürgermeister von Treuenbrietzen. Ihm wird in diesem Beitrag vorgeworfen, freie und kürzlich neu geschaffene Stellen in der Stadtverwaltung mit eigenem Klüngel besetzt zu haben.
 
Als ein Beispiel und Beleg für diesen Vorwurf wurde in diesem MAZ-Beitrag ausgeführt:
 
"Die neue Stelle eines Managers für kommunale Gebäude – also für das Facilitymanagement – wird nun von Thomas Boje besetzt. Er gilt als enger Freund Knapes."
 
Genau an diese Passage des MAZ-Artikels wird man fast schon zwangsläufig erinnert, wenn man erfährt, wie jener, in dem MAZ-Artikel nicht gerade mit Lob bedachte, Bürgermeister in seiner Funktion als zuständiger Leiter einer öffentlichen Verwaltung auf eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen exakt diesen Herrn Boje wegen dessen öffentlicher Verunglimpfung von Mitbürgern reagiert hat.
 
Irgendwie müssen wir die Reaktion des Bürgermeisters bereits damals vorausgesehen haben, als wir am 12.03.2017 schrieben:
 
Es wird interessant sein, die Reaktion der zuständigen Verwaltungsleitung zu beobachten, wenn diese in den nächsten Tagen mit dieser Angelegenheit ganz offiziell konfrontiert werden wird.
 
Dies ist zwischenzeitlich in Form einer Dienstaufsichtsbeschwerde, gerichtet an den Bürgermeister Michael Knape, tatsächlich erfolgt.
 

Auszug aus der Dienstaufsichtsbeschwerde vom 16. März 2017   (Vergrößern mit Mausklick)
(Vom Autor wurde, wegen der von Herrn Boje selbst gewählten öffentlichen Darstellung auf facebook,
einer auszugsweisen Wiedergabe seiner Dienstaufsichtsbeschwerde zugestimmt.)
 
Für einen Bürgermeister, welchem die Interessen seiner Mitbürger ernsthaft "am Herzen liegen", dürfte eine solche Dienstaufsichtsbeschwerde keine Probleme bereiten. Die Beschwerde ist nachvollziehbar und die mit ihr erklärte Zielstellung, nämlich für eine öffentliche Beleidigung auch eine öffentliche Entschuldigung durch Herrn Boje auf derselben facebook-Seite zu erwirken, eine völlig normale Konsequenz, angemessen, maßvoll und nicht überzogen.
 
Wie der Bürgermeister als Hauptverwaltungsbeamter tatsächlich auf diese Dienstaufsichtsbeschwerde reagiert hat, das dürfte unbeteiligte Dritte mit Erfahrungen im Verwaltungsrecht (höflich ausgedrückt!) stark irritieren.
 
Er beschränkt sich nämlich darauf, mit seinem engen Freund T. Boje (siehe MAZ-Artikel) ein nicht näher beschriebenes klärendes Gespräch geführt zu haben (was auch immer bei "engen Freunden" darunter zu verstehen ist).
Eine Antwort zu jener, in der Dienstaufsichtsbeschwerde geforderten öffentlichen Entschuldigung, als Ausgleich für dessen öffentliche Beleidigung gesellschaftlich aktiver Bürger als "tollwütige Hunde" bzw. als "Pinscher", sucht man in der Antwort des Bürgermeisters Michael Knape vergeblich. Das kann nur als, aus seiner Sicht, nicht erforderlich verstanden werden.
Man könnte diese, seine Entscheidung ja noch akzeptieren - WENN die dazu von ihm angeführten, offensichtlich aus einer Stellungnahme des Herrn Boje übernommenen, entlastenden Begründungen der Wahrheit entsprechen würden. Das aber ist (für einen Bürgermeister durchaus erkennbar!) leider nicht der Fall, wovon Sie sich bei Bedarf hier, in einer etwas ausführlicheren Darstellung selbst überzeugen können.
 
FAZIT:
 
Wir können uns in dieser Angelegenheit des Eindrucks nicht erwehren, dass die amtliche Reaktion des Bürgermeisters nicht darauf gerichtet war, auf das Fehlverhalten seines Mitarbeiters angemessen zu reagieren, sondern darauf zielte, die öffentliche Entgleisung seines Mitarbeiters (die MAZ bezeichnete ihn sicher nicht zufällig als engen Freund des Bürgermeisters) unter den sprichwörtlichen Teppich zu kehren.
 
Und da ist sie wieder, die eingangs bereits erwähnte Erinnerung an jenen, für Treuenbrietzen nicht gerade schmeichelhaften Beitrag über Filz und Vetternwirtschaft im Treuenbrietzener Rathaus unter Bürgermeister Knape.
 
"O tempora, o mores!"
... würde man vor 2.087 Jahren im alten Rom ausgerufen haben!
 
Schade nur, dass durch solches Handeln auch der Ruf jener Rathausmitarbeiter in Mitleidenschaft gezogen wird, welche sich mit ihrer täglichen guten Arbeit aktiv für die Interessen der Bürger dieser Stadt einsetzen.
 
Was die weitere Aufarbeitung der öffentlichen Entgleisung jenes Rathausmitarbeiters betrifft, bleiben wir natürlich "am Ball". Inwiefern der Bürgermeister hierbei tatsächlich seinen Pflichten ordnungsgemäß nachgekommen ist, darüber wird wohl voraussichtlich eine übergeordnete Instanz urteilen.
 
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