20.02.2017
Bauvorhaben mit historischen Dimensionen ???
Seit Anfang Februar informiert der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg in Potsdam im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg mit dieser Informationstafel über sein Bauvorhaben an der B2.
 

(Informationstafel des Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg an der B2 in Treuenbrietzen, nahe dem "Berliner Dreieck")
 
Nachdem das ursprüngliche Bauvorhaben im Sommer 2016 von den Bürgern mit einem Bürgerentscheid gestoppt worden war, ist es nun für denselben Bereich der B2-Ortsdurchfahrt Treuenbrietzen offenbar neu geplant - jetzt aber mit historischen Dimensionen. Diese historischen Dimensionen erschließen sich dem Betrachter allerdings erst bei genauerem Hinsehen:
 
Wie auf dem Schild zu lesen, will man in einem 1. Bauabschnitt von Februar bis Anfang Juli diesen Jahres
 
(das sind 150 Tage!)
 
auf einem Straßenabschnitt mit einer Länge von insgesamt 18,5 METER bauen.
 
18,5 Meter in 150 Tagen, das sind ja 12cm pro Tag!   -   Exakt sind es sogar 12,333 cm,
und das jeden Tag!!!
 
Man könnte auf die Idee kommen, dass sich die hier Verantwortlichen um einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde bewerben(?).
Und das könnten sie schaffen, wenn sie an der Sache dranbleiben. Denn dieser Durchlass ist nur ein winziges Stück der Berliner Chaussee, für welche eine Straßensanierung vorgesehen ist. Der gesamte Abschnitt der zu sanierenden B2 vom Beginn des "Berliner Dreiecks" bis zur Nieplitzbrücke ist deutlich länger, grob gemessen 725m lang. Bei diesem angekündigten Bautempo von über 12cm jeden Tag würde diese Straßensanierung lediglich 16 Jahre, 8 Monate und 3 Tage dauern.
 
Abgesehen von dem extremen logistischen Aufwand einer fast 17-jährigen Straßenbaustelle, dürfte dies auch unsere bisherigen Vorstellungen von den technologischen Fähigkeiten unserer Vorfahren im Straßenbau "über den Haufen" werfen. Wie nur haben unsere Vorfahren eine solche Straße bauen können?
 
Die B2 ist mit rund 845 Kilometern die längste und eine der ältesten Bundesstraßen Deutschlands. Sie durchquert Deutschland in Nord-Süd-Richtung von der polnischen Grenze bei Gartz an der Oder bis zur österreichischen Grenze bei Mittenwald. Wären die heute Verantwortlichen bereits beim damaligen Bau dieser Bundesstraße zuständig gewesen, hätten sie - bei 12,3cm/Tag - ihre Arbeit vor über 18.000 Jahren begonnen haben müssen.
Sicher, man kann berechtigt einwenden, dass die hier Verantwortlichen nur für Brandenburg zuständig sind und die anderen Bundesländer sehr wahrscheinlich zeitgleich, parallel gebaut haben. Von der Stadtgrenze Berlins bis zur Grenze nach Sachsen-Anhalt sind es aber keine 845km sondern wesentlich weniger, nämlich nur rd. 130km. Dadurch dürfte der damalige Bau dieses Straßenabschnitts auch viel, viel schneller erfolgt sein. Bei dem auf dem Schild ausgewiesenen Bautempo von 12,3cm/Tag hätte dies - weil eben nur 130 km - lediglich einer Bauzeit von 2.900 Jahren bedurft.
 
Trotzdem bleibt die Frage:
Wie unsere Vorfahren dies nur gemacht haben???
 
Oder spielt hier lediglich jemand auf Zeit, weil erst am 26. Juni 2018 der Bestandsschutz für den Bürgerentscheid ausläuft und danach das von den Bürgern bekanntlich mit überwältigender Mehrheit abgelehnte Vorhaben in ähnlicher Form durch den im Herbst zur Wiederwahl anstehenden Bürgermeister und seine Mehrheit in der SVV erneut beschlossen werden kann???  
 
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